Historische Apotheke Serristori In Figline Valdarno

Das Hospital SS. Annunziata in Figline, in dem man sich der Pflege von Armen und Kranken widmete, wurde 1399 von Ser Ristoro di Jacopo Serristori gegründet. Auch „Spedale Serristori“ genannt, gedieh das Hospital im zentralen Gebiet von Figline, wo es einen Teil der heutigen Piazza Ficino einnahm. Im Jahr 1890 verlagerte man das Hospital vom Stadtzentrum weg in die Villa di San Cerbone, wo sich heute die Historische Apotheke befindet.

Für das neue Hospital schuf der Florentiner Maler Giovanni di Tano Fei im selben Jahr 1399 ein Polyptychon, was in den Inventaren des 16. Jhs. für den Altar der Hospitalskapelle beschrieben wird. Die zentrale Tafel des heute zerteilten Werkes mit der Madonna mit dem Kind und Engeln ist in den Räumlichkeiten der Apotheke untergebracht, während sich die Seitenteile der Heiligen Jakobus Major und Johannes der Täufer sowie der Heiligen Andreas und Antonius (Abt) in Privatsammlungen befinden. Zu den zahlreichen Kunstwerken, die für diese karitative Institution entstanden, hat sich in der Hospitalskapelle eine Verkündigung des Malers Ludovico Cardi genannt Cigoli (1559-1613) von etwa 1580 erhalten.

In der Historischen Apotheke, die in der ersten Hälfte des 16. Jhs. gegründet und 1724 erneuert wurde, hat sich ein Teil der ältesten Einrichtungsgegenstände bewahrt (Kommoden, Regale), außerdem die Ergänzungen aus dem 18. Jh. seit defm Zeitpunkt der Umsiedelung. Neben Objekten aus Keramik und Glas des 15. bis 19. Jhs. sind alte Porträts ausgestellt.

Den ältesten Inventaren zufolge bezog das Hospital Gebrauchsgegenstände bei den Keramikern aus Figline, Impruneta und Deruta. Ein Großteil der erhaltenen Majolikavasen des 16. und 17. Jhs. stammt allerdings aus Montelupo. Objekte aus Glas wurden bei lokalen Handwerkern, den „bicchierai”, in Auftrag gegeben, wohingegen delikatere Ware aus Venedig importiert wurde. Es haben sich zahlreiche gläserne Arzneigefäße unterschiedlicher Größe aus dem 17. und 18. Jh. erhalten. Teilweise beinhalten sie noch immer Reste der medizinischen Substanzen und chemischen Verbindungen, die auf den „polizzini” (Etiketten in einer Handschrift des 19. Jhs.) angegeben sind. Ihr Entstehungszusammenhang ist nicht einfach nachzuvollziehen, doch scheint der Großteil in der Toskana produziert worden zu sein.

 

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