Dans Antiquarium Von Sant'Appiano in Barberino Val d'Elsa

Auf dem Gebiet des Sprengels Sant’Appiano bei Barberino Valdelsa ist das so genannte Antiquarium untergebracht, eine Sammlung archäologischer Funde, die während verschiedener Grabungskampagnen im Bereich von Sant'Appiano, San Martino ai Colli und Semifonte ab dem Ende des 19. Jhs. gefunden wurden.

Dieses fruchtbare und strategisch gelegene Territorium war seit dem 8. Jh. v. Chr. dicht besiedelt. Zahlreiche etruskische Gräber hat man im Umkreis von Valdelsa ausmachen können, und ein Großteil der Fundstücke, die den Plünderungen der Jahrhunderte entronnen sind, befinden sich heute im Museum.

Im ersten Ausstellungsraum ist ein Teil der Grabbeigaben aus einer Reihe von etruskischen Magnatengräbern versammelt, die durch Zufall 1907 auf dem Gebiet von San Martino ai Colli von einem Einwohner gefunden wurden. Die ausgestellten Objekte decken einen weiten Zeitraum zwischen dem 7. und 2. Jh. v. Chr. ab und zeugen vom Wohlstand der Auftraggeber. Die größere Verbreitung von attischer Keramik (datierbar zw. 6. und 4. Jh. v. Chr.) und Alabasterurnen mit Szenen griechischer Mythen in dieser Region im Vergleich zu anderen wichtigen und reichen Zentren wie Volterra wie auch die generelle Ausstattung mit Luxusgütern erklärt sich durch die geografische Lage von San Martino ai Colli, welches strategisch günstig am Kreuzungspunkt einer der wichtigsten damaligen Straßen lag, die das Elsatal mit dem Arnotal verbanden. Die Einzigartigkeit des Antiquarium verdankt sich daher nicht der Quantität der ausgestellten Stücke, sondern deren Qualität. Zu den wichtigsten Werken der Sammlung gehört im ersten Ausstellungsraum eine Kelebe (Vase mit Säulchen) des 4. Jhs. v. Chr. mit roten Figuren und des Weiteren eine Alabasterurne aus hellenistischer Zeit, die den Raub der Proserpina darstellt und auf deren Deckel eine männliche, halb-ausgestreckte Figur zu sehen ist.

Die Skulptur des rittlings auf einem Hund sitzenden Eros eröffnet den zweiten Ausstellungsraum. Es handelt sich hier um ein etruskisches Idol aus Sandstein, das während der Ausgrabungen am Ende des 19. Jhs. gefunden wurde, die auch die Fundamente der Taufkirche vor der Pfarrkirche in Sant’Appiano zutage förderten. Es folgt eine Sammlung von Keramiken des Mittelalters und der Renaissance, die aus der Gegend um Semifonte stammen, wo das Kastell der Herzöge Alberti bis zu seiner Zerstörung 1202 durch die Stadt Florenz stand. Hier findet sich auch das einzige Gemälde des Antiquarium: Eine Tafel, die die Thronende Madonna mit dem Kind zwischen den Heiligen Johannes der Täufer, Antonius von Padua und zwei Engeln zeigt, gemalt von einem unbekannten Künstler der ersten Hälfte des 15. Jhs., dem so genannten Meister von Signa, Schüler des Florentiner Künstlers Bicci di Lorenzo. Der Stil des Tafelgemäldes zeigt eine Kontinuität des spätgotischen Geschmackes, der etwas altmodisch wirkt im Gegensatz zu den Neuerungen der Stilsprache der Renaissance, denen gegenüber der Künstler aufgeschlossen bleibt, wie man an den geometrischen Dekorationen des Thrones bemerkt und am Versuch der perspektivischen Darstellung des auferstandenen Christus, der die Gläubigen im unteren Bildbereich segnet.

der erste Raum

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