Schatzmuseum Santa Maria Dell’impruneta

Das Museum beherbergt einen Bestand wertvoller Objekte (illuminierte Handschriften, Goldschmiedearbeiten, Paramente), die aus dem Kontext der Basilika Santa Maria und der Verehrung der alten, hier verwahrten Gemäldetafel der Madonna mit dem Kind stammen.
In den an die Basilika angrenzenden Räumen untergebracht, erstreckt sich das Museum über zwei Geschosse. Im ersten Geschoss sind entlang der Wände des Korridors vier „soppani“ (Dachziegeln für interne Deckenkonstruktionen) des 16. Jhs. ausgestellt sowie eine Reihe von Votivtafeln aus Terrakotta, die zum Großteil zwischen dem 19. und 20. Jh. entstanden sind, außerdem zwei Exemplare des 18. Jhs. Tafeln diesen Typs wurden erst ab der Mitte des 18. Jhs. geschaffen, als anlässlich einer Restaurierung der erste Kupferstich der Madonna von Impruneta ausgeführt wurde, welcher fortan den ikonografischen Prototyp bildete, an dem sich alle folgenden Votivgaben orientierten.
Von hier aus betritt man den Raum der Handschriften, in dem man elf mit Miniaturen verzierte Choralbücher bewundern kann, die aus dem reichen Bibliotheksbestand der Basilika stammen. Sieben dieser wertvollen Handschriften sind in das 14. Jh. zu datieren (das dem Maler Lippo di Benivieni zugeschriebene Graduale, die Antiphonare der Werkstätten des Pacino di Buonaguida), die restlichen dagegen sind aus dem 16. Jh. Drei dieser Kodizes wurden durch Andrea Buondelmonti, Pfarrer und Abkömmling der Familie, die jahrhundertelang das Patronat der Basilika innehatte, bei dem Miniaturmaler Antonio di Girolamo di Ugolino in Auftrag gegeben. An der Wand befindet sich ein Polyptychon, das aus dem Kirchlein am Monte delle Sante Marie (in der Nähe von Impruneta) stammt und die Madonna mit den Kind und Engeln zwischen den Heiligen Petrus, Laurentius, Johannes und Stefan zeigt und dem Meister di Tobia zugeschrieben wird, ca. 1360-1365 datiert. Der angrenzende Raum beherbergt das Grabkissen und -tuch des Bischofs Antonio degli Agli, wertvolle Textilien aus der zweiten Hälfte des 15. Jhs., die man im Zuge einer Inspektion von Kriegsschäden der Grabstätte dieses Geistlichen barg.
Der Silvani-Saal im Obergeschoss dagegen zeigt den „Schatz“ der Basilika: wertvolle Goldschmiedeobjekte und Silbergeschirr, die im Laufe der Jahrhunderte diesem berühmten Heiligtum gestiftet wurden und die die Abteilung des Silberzeugs bilden. An der Eingangswand befindet sich eine marmorne als Flachrelief gearbeitete Altarverkleidung (16. Jh.), die die Wiederauffindung des heiligen Bildes der Jungfrau von Impruneta zeigt, wie der Pfarrer Stefano sie in der zweiten Hälfte des 14. Jhs. überliefert. Ursprünglich im Kontext des Madonnenaltares aufgestellt, wurde das Objekt im 17. Jh. durch eine von Cosimo III. de‘ Medici gestiftete silberne Altarverkleidung ersetzt, die immer noch in der Basilika zu sehen ist.Besonders reichhaltig ist die Sammlung des Silberzeugs, wobei viele Objekte in homogenen Serien erhalten sind. Unter anderem ist ein Prozessionskreuz aus graviertem, vergoldetem Kupfer hervorzuheben, welches in das 13. oder 14. Jh. datiert werden kann und das älteste der Sammlung ist. Dem Goldschmied und Bildhauer Lorenzo Ghiberti wurde dagegen ein wertvolles Prozessionskreuz zugeschrieben, das teilweise vergoldet und mit Emaille versehen ist (ca. 1425). Der Freigebigkeit des Pfarrers Andrea Buondelmonti verdanken sich zwei emaillierte Paxtafeln, die die Kreuzigung Christi bzw. die Himmelfahrt Mariens darstellen (ca. 1515) und vom Goldschmied Antonio di Salvi geschaffen wurden. Das Reliquiar des Heiligen Kreuzes (1620), welches dem Hofgoldschmied Cosimo Merlini dem Älteren zugeschrieben wird, beinhaltet Fragmente des Kreuzes Christi, welches der Legende nach von Pippo Spano, einem Spross der Familie Buondelmonti, aufgefunden wurde. Maria Magdalena von Österreich, Gemahlin Cosimos II. de‘ Medici ließ die Fragmente in dieses Reliquiar legen und stiftete es später der Basilika. Zu den Reliquien der Maria Magdalena von Österreich gehörte ebenfalls eine Altarzier aus Bergkristall und Ebenholz, die von Christina von Lothringen geschenkt wurde anlässlich der großen Prozession von 1633, bei der das Madonnenbild als Dank für das Ende der Pest nach Florenz gebracht wurde. Im selben Kontext stehen auch die 15 Silbervasen, die dem Klerus von einigen adeligen Florentiner Familien geschenkt wurden. Es folgt eine Reihe von Kelchen, Reliquiaren und Kerzenleuchtern des 17. bis 19. Jhs., aber auch jüngere Stücke, wie etwa ein Paar eleganter Kerzenleuchter des Jugendstils (ca. 1925). An den Wänden sind einige Porträts und Kupferstiche zu sehen (besonders der Stammbaum der Familie Buondelmonti und die Stiche der Prozession von 1711).
Im Folgenden erreicht man den Raum der Paramente, der außer einem schönen Messgewand italienischer Herstellung aus grünem, ziseliertem Samt (16. Jh.), auch ein Altartuch aus rotem Samt und eine Ausstattung von Mäntelchen für das verehrte Madonnenbild, welche über die Jahrhunderte hinweg von religiösen Korporationen, Bruderschaften und adeligen Familien gestiftet worden waren, ausstellt. Dem Meister des Tobias (mit späteren Eingriffen) kann hingegen der Prozessionstabernakel mit mobilen Flügeln zugeschrieben werden, der möglicherweise im Zusammenhang mit der ersten Prozession der Madonna von Impruneta nach Florenz in Auftrag gegeben wurde (1354).

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